Brassband Blechschaden. Rez.: E. Riebler
Eva Riebler
GENUSS OHNE SCHADEN
BLECHSCHADEN

Festspielhaus St. Pölten, Großer Saal
07.03.09, 19.30 Uhr
Leitung und Dirigent: Bob Ross
Trompete: Erich Rinner, Guido Segers, Franz Unterrainer, Werner Binder, Hermann Göß
Horn: David Moltz
Posaune: Benjamin Appel, Daniel Bonvin
Euphonium: Matthias Fischer
Tuba: Thomas Walsh
Schlagzeug: Arnold Riedhammer
25 Jahre Blechschaden
Der lebhafte Lowlander Bob Ross, 1954 geboren in einer kleinen Bergarbeiter-Stadt Schottlands, steckte seine Kollegen der Münchner Philharmonie mit der Liebe zur Brassband an. Mit Musikern aus Tirol, Franken, Belgien, Cleveland, Crans-Montana CH, Philadelphia oder New Jersey setzt sich dieses Ensemble zusammen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind hoch dekorierte und hoch qualifizierte Solo-Instrumentalisten, vorwiegend dem klassischen Repertoire, dem so genannten traditionellen „Bruckner-Klang“ verpflichtet.
Die Stückauswahl kam vorerst aus dem Klassischem Bereich à la Richard Strauss Zarathustra, aus dem 16. Jahrhundert eine Kanzone von Giovanni Gabrielli, aus dem klassischen Big-Band-Sound Glen Millers die Moonlight Serenade bis zum bereits klassischen Modernen Michael Jackson mit einer Bearbeitung von Another part of me. Schottische Tänze kamen ohne Dudelsack aus und auch den Tango für Elisa gab es nicht als Beethovens Klaviersonate, sondern das Arrangement kam ohne Klavier oder Streicher aus. Die Streicher dürften die musikalischen Feinde der Blechbläser sein, denn die meisten Witze machte Bob Ross auf ihre Kosten. Kostprobe gefällig? „Was unterscheidet eine Waschmaschine von einem Streicher? Sie hat einen regelmäßigeren Rhythmus und kommt erst am Ende ihres Programms ins Schleudern!“
Man hält es nicht für möglich, auch der Hummelflug von Nicolai Rimsky-Korsakov eignet sich nicht nur für Streicher, sondern hervorragend auch für Blechbläser.
Gute Laune war angesagt. Der Schlagzeuger Arnold Riedhammer durfte sein exzellentes Solo nicht nur auf dem Boden oder den Wänden fortsetzen, sondern bespielte auch das mit Kopfhörern bewehrte Haupt eines Posaunisten, der allerdings den Schallwellen mit geöffnetem Mund widerstand.
Abwechslung, Witz gepaart mit Virtuosität und Können! Die Spielfreude der Musiker riss das Festspielpublikum zu Applausstürmen hin und die Zugaben kamen in Serie.